Am Sonntag, 4. Oktober 2026, um 17.00 Uhr findet in der „Verteilungsstelle Kunst und Geschichte“ der Vortrag „Verständlich für Gelehrte und Analphabeten“statt: Gerd Arntz, das Bergische Land und die Entstehung der Bildstatistik“ von Dr. Urs Diederichs. Der in Remscheid geborene, sozialkritische Künstler Gerd Arntz verarbeitete die Konflikte der Industrialisierung in prägnanten Holzschnitten. Ab 1926 leitete er in Wien die grafische Abteilung des Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseums unter Otto Neurath. Gemeinsam entwickelten beide die „Wiener Methode der Bildstatistik“, einen Vorläufer heutiger Piktogramme. Ihr Ziel war ein emanzipatorischer Bilderschatz, der für Gelehrte wie für Analphabeten gleichermaßen verständlich sein sollte. Nach seiner Emigration 1933 lebte und arbeitete Arntz bis zu seinem Tod in Den Haag – geprägt blieb sein Werk zeitlebens von den frühen Erfahrungen im Bergischen Land.
Bereits um 16.00 Uhr bietet eine ergänzende Führung Gelegenheit, Werke von Gerd Arntz vor Ort kennenzulernen.