Das Theaterprojekt BLIND – ELSE LASKER-SCHÜLER ist eine interdisziplinäre, sensorisch ausgerichtete Inszenierung, die das Werk der expressionistischen Dichterin Else Lasker-Schüler erfahrbar macht. Im Zentrum steht eine radikale ästhetische Setzung: Die Aufführung findet in vollständiger Dunkelheit statt.
Das Publikum erlebt die Inszenierung mit verbundenen Augen und ohne visuelle Reize.
Klang, Sprache, Musik und Gerüche rücken in den Mittelpunkt der Wahrnehmung. Stimmen bewegen sich im Raum, akustische Landschaften entstehen, Düfte eröffnen emotionale Assoziationsräume. Die Abwesenheit von Licht ermöglicht eine unmittelbare Begegnung mit Lasker-Schülers poetischer Welt.
BLIND – ELSE LASKER-SCHÜLER begleitet eine junge Frau auf ihrer Wanderung durch Räume der Weltflucht. Während sie sich bewegt, erlebt das Publikum eine überfordernde Gegenwart ausschließlich über Klang, Nähe und Atmosphäre.
In einer von visueller Reizüberflutung geprägten Gegenwart setzt das Projekt auf Reduktion und sinnliche Fokussierung. Die Konzentration auf nicht-visuelle Sinne eröffnet individuelle Deutungsspielräume und eine intensive Wahrnehmung.
Die Texte werden nicht museal präsentiert, sondern in ihrer existenziellen Dringlichkeit erfahrbar gemacht.
Die Fluchten der Protagonistin erscheinen nicht als Lösungen, sondern als Überlebensstrategien.
BLIND – ELSE LASKER-SCHÜLER versteht sich als künstlerisches Plädoyer für eine Generation, die nach Intensität, Nähe und Bedeutung sucht in einer Welt, die oft überfordernd und widersprüchlich erscheint.
Im Zentrum steht die Fragestellung:
Ist Weltflucht ein Ausweg – oder nur ein Moment der Blindheit?
Die Inszenierung entsteht in Zusammenarbeit mit der Else Lasker-Schüler Gesellschaft und verbindet literarische Vermittlung mit performativer Forschung. Ziel ist es, ein jüngeres Publikum anzusprechen und einen neuen Zugang zu Lasker-Schülers Werk zu eröffnen.
Unterstützt wird BLIND vom Sparkassenfonds für Kunst und Kultur in Wuppertal und dem Kulturfonds Bergisch Land.