Satire, tiefster Ernst, der die Kehlen zuschnürt, freies Lachen, laute und leise Töne, Melancholie und Spott, virtuose Musik in aktualisierten, jazzigen Arrangements, tiefgründige Moderation und beste, niveauvolle Unterhaltung – das ist das Programm „Verwehte Lieder”.
Politisch pointiert, temperamentvoll, jazzig und immer melodisch schmelzend geht es bei Friedrich Hollaender, Mascha Kaleko, Brecht, Kreisler, Marcellus Schiffer, Mischa Spoliansky und anderen um moderne Frauen, um Sehnsüchte, Wünsche, Tränen und das Rettende der Liebe.
Chansons verweben sich mit Verfolgungsbiographien, der Genuss klugen Humors mit Entsetzen und Trauer über Schicksale. Der scheinbar unbekannte Name steht für Vertrautes, hinter bekannten Namen verbirgt sich Unbekanntes.
Wir schwelgen in Großstadtmelancholie, schmunzeln über ironische Exotikträume, lachen über Piefkesche Deutschtümelei und lassen uns von hysterischen Ziegen irritieren in einem Tanz auf dem Vulkan. Dabei feiern wir die geistige Freiheit verfolgter Künstler – und das Glück des Lachens als den Moment, wenn Menschlichkeit und Freiheit sich gegen Brutalität und Stumpfsinn Bahn brechen.
Ein Programm, das vielschichtige Aspekte auslotet, das intensiv, unterhaltend und leider hochaktuell ist, das das Lachen im Weinen nicht fürchtet, das Spott mitten im Entsetzen verspricht.
Judith Genske ist gleichermaßen Sängerin und Schauspielerin und „lebt” ihre Stücke mit großer stimmlicher und schauspielerischer Wandlungsfähigkeit. Die beiden Ausnahmemusiker Andre Enthöfer an Sopran- und Bassklarinette und Oliver Taupp am Klavier tragen mit ihrer Virtuosität, Bandbreite und Experimentierfreude ihre differenzierte Interpretation kongenial. Gemeinsam lassen sie auf der Bühne Geschichten lebendig werden.
Judith Genske – Gesang, Darstellung
Oliver Taupp – Klavier
Andre Enthöfer – Klarinetten
Das Programm wurde dankenswerterweise gefördert durch den Sparkassenfonds für Kunst und Kultur sowie durch die Dr. Werner Jackstädt-Stiftung