Die Gebäude der ehemaligen Konsumgenossenschaft Vorwärts in der Münzstraße gehören zu den bedeutendsten baulichen Zeugnissen der Wuppertaler Stadtgeschichte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wagten Gewerkschafter und Sozialdemokraten aus Barmen mit der Gründung der Konsumgenossenschaft einen mutigen Schritt, um die elende Lage der Arbeiterfamilien zu verbessern.
Das alte Kontorgebäude mit der Giebelinschrift „Vorwärts“ im Bereich des ehemaligen Bahnhofs Heubruch ist von der Nordbahntrasse aus gut zu sehen. Dahinter verbirgt sich eine ehemalige Großbäckerei, die vor 100 Jahren etwa ein Drittel der Barmer Bevölkerung mit Brot und weiteren Grundnahrungsmitteln versorgte. Ein unterirdischer Bahnanschluss ergänzte diese technologische Meisterleistung der damaligen Zeit. Und in der benachbarten Elsternstraße ließ „Vorwärts“ vorbildliche Wohnhäuser für ihre Beschäftigen errichten.
Die Ausstellung gibt einen Einblick in die Geschichte dieser Organisation der Selbsthilfe, die mit Zuversicht und Tatkraft auch ein Modell von Wirtschaftsdemokratie realisierte.
Dokumentiert wird auch die Zerschlagung der Konsumgenossenschaft durch das NS-Regime 1933 sowie die Verfolgung und Ermordung von Wuppertaler Antifaschisten.