Die Erbfolge im Mittelalter war traditionell nach der männlichen Linie geregelt. Auch im Rheinland, wozu das Bergische Land zählt, erbten in der Regel die Söhne. Aber was geschah, wenn ein Herrscher nur eine Tochter hatte, wie zum Beispiel Graf Adolf III. von Berg? Irmgard von Berg war eine sogenannte Erbtochter, das einzige erbfähiges Kind des Herrschers. An der Bergische Universität erforscht die Historikerin Viola Pappon die Rolle von Erbtöchtern in der Region und widmet sich dabei auch allgemein der Rolle der Frau im Mittelalter. Im Historischen Salon berichtet sie am Beispiel der Gräfin Irmgard von Berg, welche Wechselwirkungen es zwischen den Geschlechtern im Mittelalter gab und wie Frauen, insbesondere Erbtöchter, eigenständig agieren konnten.