Lesung mit Jonas Lüscher: Verzauberte Vorbestimmung
Der mit dem Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2025 ausgezeichnete Roman „Verzauberte Vorbestimmung” von Jonas Lüscher erzählt sowohl einschneidende Wendepunkte der Weltgeschichte aber auch von ersten Vorstellungen einer Verflechtung von Mensch und Maschine, etwa in Form von Androiden. Eine Medizin der Zukunft wird ohne moderne Technologien kaum mehr denkbar sein. Im Roman tritt die ambivalente Beziehung zwischen Mensch und Maschine besonders in den Fokus. Lüscher demonstriert mit emotionaler Tiefe, wie Technik Leben retten kann, aber auch eine Entfremdung vom eigenen menschlichen Körper darstellt. Diskutiert wird die Ambivalenz des technischen Fortschritts, die im Verhältnis zu moderner Medizin kritisch hinterfragt wird. Im Zeitalter der künstlichen Intelligenz verschwimmen die Grenzen, die den Nutzen, aber auch die Bedrohung von modernster Technologie kenntlich machen. Ungeahnte Risiken wie Überwachung, Manipulation, Arbeitsplatzveränderungen oder der Verlust menschlicher Kontrolle stellen uns vor große Herausforderungen. Im Roman verarbeitet Jonas Lüscher mitunter auch eigene Erfahrungswerte narratologisch in drei verschiedenen Erzählsträngen.
Diese Lesung ist Teil des vom Hochschulwettbewerb ausgezeichneten Literaturprojekts „Future Health under (Self-)Surveillance. Überwachung von Körper und Psyche in Literatur und Alltagspraxis“. Durchgeführt wird das Projekt von der Literaturwissenschaftlerin Dr. Sabrina Huber (Bergische Universität Wuppertal). Der Hochschulwettbewerb wird jährlich von Wissenschaft im Dialog in Kooperation mit der Hochschulrektorenkonferenz, dem Bundesverband Hochschulkommunikation und der Jungen Akademie organisiert und im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2026–Medizin der Zukunft vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.