INSEL
Schumann meets Jazz: Kinderszenen
INSEL Musiksalon / Musik und mehr
Sonntag / 20. September 2026 / 18 Uhr (Einlass: 17:30 Uhr)
Eintritt: 12/6 (VVK) und 14/8 (AK)
Für Besucher*innen unter 21 Jahren ist der Eintritt frei. Bitte sendet uns bei Interesse eine kurze Nachricht an post@insel.news.
Joerg Kaufmann // Saxophone / Flöte
Mathias Haus // Vibrafon
Conrad Noll // Kontrabass / Cello
Ein außergewöhnliches Jazztrio nähert sich der romantischen Klangwelt Robert Schumanns auf ganz eigene Weise: Schumanns "Kinderszenen" op. 15 werden in einer kammermusikalischen Besetzung neu interpretiert – inspiriert von zeitgenössischem Jazz, und doch tief verwurzelt in der Originalsprache Schumanns. Der musikalische Ansatz ist kein Crossover im üblichen Sinne, es entsteht eine eigenständige Klangwelt, in der die Poesie der romantischen Charakterstücke für Klavier auf Elemente aus dem Jazz trifft. Dabei wird die lyrische Essenz der "Kinderszenen" bewahrt, lässt sie durch veränderte harmonische Farben, neue rhythmische Perspektiven oder freie formale Gestaltung in ein neues Licht treten.
Das Trio vereint drei Musiker mit langer Erfahrung an der Schnittstelle von klassischer Musik, freier Improvisation und modernem Jazz. Die Instrumentierung schafft dabei eine transparente, kammermusikalische Ästhetik, die die Tiefe der Vorlage respektvoll reflektiert – und zugleich offen ist für klangliche Neuentdeckungen.
Joerg Kaufmann studierte Schulmusik und Germanistik in Saarbrücken und Jazz-Saxophon und Flöte an der Musikhochschule Köln, u.a. bei Wolfgang Engstfeld, Jiggs Whigham, Axel Jungbluth, Manfred Schoof und Rainer Brüninghaus.
Es folgten zahlreiche Tourneen und Produktionen, z.B. mit Supersession, Alphonse Mouzon, Slide Hampton, Pete York, Bobby Shew, Peter Herbolzheimer, Billy Cobham, Bob Mintzer, Danny Gottlieb, Axel Fischbacher und vielen anderen.
Der Saxophonist war von 2000 bis 2008 festes Mitglied der SWR Bigband und hatte dort Gelegenheit, mit zahlreichen internationalen Stars der Bigband-Szene wie Sammy Nestico, Toshiko Akiyoshi, Bob Florence, Don Menza oder Rob Mc Connell zusammenzuarbeiten. Seit 2003 spielt Jörg Kaufmann regelmäßig mit der international bekannten Organistin Barbara Dennerlein zusammen.
Mittlerweile sind neben einer Vielzahl von Produktionen als Sideman vier CDs unter eigenem Namen erschienen.
Kaufmann arbeitete über zwanzig Jahre lang als Dozent an den Hochschulen und Universitäten in Arnhem (Niederlande), Köln und Mainz, sowie dreizehn Jahre lang als Lehrer für Musik an einer Gesamtschule in Langenfeld.
Zur Zeit ist Jörg Kaufmann wieder als Freelance-Musiker für diverse Bands unterwegs. So trat er 2023 u.a. mit der SWR Big Band, John Beasley, Magnus Lindgren, Chris Potter und Melissa Aldana für mehrere Konzerte in Dizzy´s Club in New York auf.
Mathias Haus gehört zu den vielseitigsten Jazz-Vibraphonisten unserer Zeit. 1963 geboren, lernte er als Kind zunächst Klavier und Schlagzeug. Seine Affinität zum Vibraphon erwuchs aus der logischen Verknüpfung von Klavier und Schlagwerk. Bereits mit 16 begann er in Düsseldorf, klassisches Schlagwerk zu studieren.
Nach der Produktion einer Duo CD Vibraphon/Klavier als 17-jähriger (mit Oliver Kels) lud Gary Burton ihn mit 20 nach Boston ein, um dort bei ihm Jazzvibraphon zu studieren. Zudem studierte er dort Komposition bei Hal Crook, John LaPorta und Herb Pomeroy.
Der vielfach preisgekrönte Musiker ist auf mehr als 30 CDs als Leader oder Gastmusiker zu hören. In eigenen Bands und Projekten spielte er u.a. mit dem Atom String Quartet, Jim Black, Pablo Held, Donny Mc Caslin, Christian Jacob, Vadislav Sendecki, Hugo Read, Andre Nendza und Philipp van Endert zusammen.
Konzerte und Produktionen führten ihn an die Seite von Künstlern wie Steve Swallow, Rainer Brüninghaus, Carla Bley, Wolfgang Engstfeld, Martial Solal und Rachel Z. sowie vielfachen Produktionen mit den Radio-Bigbands des HR, NDR, SWR und WDR.
Aktuell wurde Mathias Haus' Komposition "all my Life" im November 2023 vor 1700 Zuhörern in der ausverkauften Tonhalle von den Düsseldorfer Symphonikern aufgeführt.
Conrad Noll ist ein in Köln lebender Kontrabassist und Cellist. Seine musikalische Ausbildung begann er im Alter von acht Jahren zunächst mit klassischem Cellounterricht. Seine Liebe zu den tiefen Tönen und sein Interesse am Jazz brachte ihn jedoch im 16. Lebensjahr dazu, Kontrabass zu lernen. Angefangen als Hobby, verdrängte der Bass mit zunehmenden Ambitionen das Cello. 2011 begann Conrad sein Studium an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln. Dort hatte er unter anderem Unterricht bei Sebastian Gramss, Dietmar Fuhr und Dieter Manderscheid. Neugierde und Lust am Experimentieren ließen ihn schließlich das Cellospiel fortsetzen, diesmal jedoch im Jazz-Kontext. Und so folgte dem abgeschlossenem Kontrabass-Studium noch ein Bachelor im Fach „Jazz-Cello“, ebenfalls an der HfMT Köln.
Als Bandleader ist Conrad Noll u.a. mit seiner Formation „My Little Cello“ zu hören, mit der er seine Klangvorstellungen vom Cello als Melodieinstrument im Jazz umsetzt.
Sideman ist er mit beiden Instrumenten in zahlreichen Besetzungen und hat besonderen Spaß an einem weiten stilistischen Spektrum: breit gefächert von traditionellem Jazz bis hin zu frei improvisierter Musik.
Der INSEL Musiksalon, kuratiert von dem Pianisten Mark Kantorovic, belebt eine alte Idee neu. Musikerinnen und Musiker von Klassik bis Neue Musik spielen und singen auf der INSEL und erzählen von ihrer Musik. Immer sonntags. Die Bar ist geöffnet. Wir lauschen.
Eine Veranstaltung der INSEL.
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