Die lange Geschichte Anatoliens und Transkaukasiens besteht aus zahlreichen Begegnungen und Trennungen. Die Gesellschaften dieser Regionen kamen in Friedenszeiten zusammen, um gemeinsam zu musizieren und zu tanzen. Doch in Zeiten von Krieg und Genozid konnten sie nur schweigen oder Klagelieder singen. Auf ihrem Weg durch Zeit und Raum berührten die Melodien dieser Region viele Menschen, überdauerten Generationen und nahmen immer wieder neue Gestalt an. Dieser Prozess dauert bis heute an.
Deniz Mahir Kartal hat bei der Recherche anatolischer Musik den armenischen und georgischen Ursprung vieler Melodien herausgefunden. Durch die Verdrängung der armenischen Kultur aus dem Staatsgebiet der Türkei war dieses Wissen verloren gegangen.
In seiner Tasche befanden sich seine Kavals und die ihm seit seiner Kindheit geläufigen Melodien, als er im Juni 2017 für die Erforschung der “Türkisierten armenischen Musik” nach Jerewan, die Hauptstadt Armeniens, reiste. Während der Recherche hat er mit dem Duduk-Spieler Arsen Petrosyan an dem in diesem Projekt dargebotenen Liedgut zusammengearbeitet. Dann haben sie sich dazu entschieden, ihre Arbeit nicht auf die Erforschung der Lieder zu begrenzen, sondern die Erträge im Rahmen eines Projektes auf die Bühne zu bringen und aufzuzeichnen.
Deniz Mahir Kartal ist in der östlichen Schwarzmeerregion der Türkei aufgewachsen, in der die georgische Kultur nach wie vor sehr lebendig ist, während Arsens Abstammung auf die in Georgien lebenden Armenier zurückgeht. Dementsprechend war ihnen von Anfang der geographisch zu begehende Weg klar gewesen, sodass sich dem Team nun auch der Akkordeonist Mikail Yakut anschloss, der ebenfalls georgische Wurzeln hat.
Die drei jungen Musiker von A.G.A Trio wollen die einzigartige Schönheit dieser Melodien zeigen und darauf verweisen wie nahe sich die verschiedenen Kulturen einmal waren und dass sich die nationale Trennung Armeniens, der Türkei und Georgiens in der musikalischen Praxis überbrücken lassen kann. Kaval aus der Türkei, Duduk aus Armenien und Akkordeon aus Georgien gehören zu den meist verbreiteten Instrumenten in diesen Ländern.
Neben der Musik werden in armenischer, türkischer, georgischer, deutscher und englischer Sprache die Herkunft der Melodien und Verbindung der Kulturen erklärt.
Arsen Petrosyan (Armenien) – Duduk
Mikail Yakut (Georgien/Türkei) – Akkordeon
Deniz Mahir Kartal (Türkei) – Kaval und Gitarre