Conny Bauer – Posaune
Kalle Kalima – Gitarre
Für den Preis der deutschen Schallplattenkritik nominiert: „13 Kuukautta“ von Conny Bauer & Kalle Kalima, TYXart, 2025.
Stellares Aufgebot in Wuppertal: Der Preisträger des bedeutendsten deutschen Jazzpreises, dem Albert-Mangelsdorff-Preis 2023, Conny Bauer, Jahrgang 1943, im Generationen übergreifenden Duo mit dem renommierten Berliner Gitarristen Kalle Kalima, Jahrgang 1973. Den Ausnahmeposaunisten Bauer, seines Zeichens einflussreiche Koryphäe des DDR-Jazz, verbindet eine lange Geschichte mit der sich ständig im Wandel befindenden Berliner Improvisationsszene. Mit seiner wahrscheinlich Genregrenzen sprengendsten Duo-Auskopplung Bauer / Kalima erfährt diese Verbindung eine neue, zeitgemäße Dimension. Der geschichtsträchtige Geist der freien Musik trifft hierbei auf das breite, musikalische Spektrum Kalimas, der als langjähriger, fester Bestandteil der vielfältigen Berliner Szene Einflüsse aus Jazz, Rock und Neuer Musik erkennbar werden lässt. Das Duo Bauer / Kalima kann dabei als Blaupause dessen bezeichnet werden, was gemeinhin der großen Kunst des Instant Composing zugeschrieben werden kann: mit einer unvergleichlichen Sensibilität für Dynamik und Dramaturgie werden Klangwelten in Echtzeit geschaffen, die sich im Sinne der Creative Music innovativ zwischen der Tradition des Avantgarde-Jazz und der Ästhetik der zeitgenössischen Kunstmusik bewegen. Eine musikalische Begegnung als Dialog für Posaune und E-Gitarre, wie sie für den europäischen Schmelztiegel der improvisierten Musik Berlin beispielhafter nicht sein könnte.
2025 wurden Conny Bauer & Kalle Kalima für ihr Erstlingswerk „13 Kuukautta“ (TYXart – TXA25201) für den Preis der deutschen Schallplattenkritik nominiert.
Conny Bauer, geboren 1943 in Halle/Saale, studierte nach autodidaktischen Anfängen als Sänger und Gitarrist in Dresden Posaune. Er spielte in legendären DDR-Bands wie der „Modern Soul Band“, „FEZ“ oder „Synopsis“, dem späteren „Zentralquartett“. Seit seinem ersten Solo-Konzert 1974 fasziniert er das Publikum mit seiner einzigartigen Spielweise. Bauer tourte durch Europa, die USA, Südamerika und Japan. Er arbeitete u.a. mit international renommierten Musikern wie Peter Brötzmann, William Parker, Louis Moholo-Moholo und Barry Guy zusammen, und verfolgt gegenwärtig Projekte mit jungen Szenegrößen wie Rieko Okuda, Nils Wogram, Dag Magnus Narvesen und Kalle Kalima. 2023 wurde er mit dem Albert-Mangelsdorff-Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Kalle Kalima, geboren 1973 in Helsinki, ist ein finnischer Gitarrenvirtuose, der zu den spannendsten Vertretern der europäischen Jazz-Szene gehört. Der in Berlin lebende Gitarrist und Komponist hat vor seinem Studium an der Berliner Hanns Eisler Musikhochschule auch an der Sibelius-Akademie in Helsinki studiert. Mit seinem ältesten Trio „Klima Kalima“ hat er u.a. den Neuen Deutschen Jazzpreis 2008 gewonnen, und mit Andreas Schaerer und Tim Lefebvre 2023 das von der Presse hochgelobte Album „Evolution“ auf ACT veröffentlicht. Nebst seinen aktuellen Gruppen „Tenors of Kalma“ (mit Jimi Tenor) und KUU! (mit Christian Lillinger, Frank Möbus und Jelena Kuljic) ist er zudem ein gefragter Gastspieler und hat u.a. mit Ensemble Resonanz, NDR Big Band sowie mit Jason Moran, Jim Black, Anthony Braxton, Leo "Wadada" Smith, Peter Brötzmann, Tony Allen, Jazzanova und Tomasz Stanko musiziert.