Die Wuppertaler Schwebebahn in Afrika?
Eugen Langens Planungen zum Bau einer Schwebebahn in Deutsch-Ostafrika in den 1890er Jahren
Ein Vortrag von Nina Kleinöder
Die Schwebebahn gilt als eine ingenieurtechnische Meisterleistung des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Nicht wie im bisherigen Straßenbahn- und Eisenbahnbau auf einem Gleisbett fahrend, sollte die Schwebebahn vielmehr hängend die Mobilität im Kaiserreich fördern. Dass diese Vorteile, etwa zum Überbrücken von unwegsamem Gelände, Bäumen usw. auch für die afrikanische Savanne diskutiert wurde, ist bislang weitgehend unbekannt. Im Nachlass von Eugen Langen, dem Vater der Schwebebahn nach dem „System Langen“, finden sich tatsächlich Hinweise darauf, inwieweit er bereits vor dem Wuppertaler Bau auch ein Schwebebahnsystem für die Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ ins Spiel brachte. Geplant als eine Alternative zu den üblichen kolonialen Schmalspurbahnen witterten Eugen Langen, und später seine Erben, ein attraktives Geschäft mit dem Auswärtigen Amt. Der Vortrag stellt die Quellen aus dem Nachlass vor und erklärt, wie sie die „Tropenbahn in Ostafrika“ planten und vor allem als Prestigeobjekt und Werbemittel für die neue Technologie um 1900 nutzen wollten.
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