Multichannel-Videoinstallation, Talkrunde und Konzert mit dem Judith Genske Trio
Die Multichannel-Videoinstallation „1001 Lights“ wird in den Ausstellungsräumen der Galerie n46 bereits ab dem 6. Mai zusehen sein. Die ca. 15-minütige zum Innehalten einladende Installation von Mouvement Perpétuel zum Entzünden der Schabbatkerzen ist ein Angebot für alle Bevölkerungsgruppen zu Meditation und Andacht – Die Arbeit erzeugt Stille, fordert zu Reflexion, Besinnung und Verbundenheit auf. Sie stellt Fragen nach dem Ritual: Was gibt es uns? Was bedeutet Kerzenlicht? Wann zünden Menschen Kerzen an? Was bedeuten ritualisierte Bewegungen?
„Jeden Freitagabend, kurz vor Sonnenuntergang, zündete sie die Schabbatkerzen an. Obwohl sie keine offenkundig religiöse Frau war, war ihr diese Tradition sehr wichtig… Ich glaube, es war für sie eine bedeutsame Meditation und ein Moment der Erneuerung.“ (Philip Szporer)
Seit ihrer Entstehung tourt die Arbeit durch die Welt und wurde auch bereits in Deutschland gezeigt. Dabei haben die beiden KünstlerInnen von Mouvement Perpétuel, Marlene Millar und Philip Szporer festgestellt, dass ihre Arbeit bei uns anders als in anderen Ländern rezipiert wird.
Die beiden KünstlerInnen haben sich gewünscht, zum Abschluss des Festivals mit uns und Ihnen dazu ins Gespräch zu kommen, sich tänzerisch auf die Installation einzulassen und den Abend mit einem Konzert des Judith Genske Trios zu vollenden.
„1001 Lights“ Multichannel-Videoinstallation
Die 15-minütige Videoinstallation läuft im Loop (Dauerschleife) auf einer raumgreifenden Multichannel-Leinwand.
Talkrunde mit
Marlene Millar und Philip Szporer von Mouvement Perpétuel, Helge Lindh, MdB, Judith Genske, Sängerin und Jasmine Fan, Tänzerin
„Verwehte Lieder“ Live Konzert mit dem Judith Genske Trio
Judith Genske singt Lieder verfolgter Chanson-KomponistInnen und TexterInnen aus den wilden 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, deren Kunst von den Nazis als "entartet" verfemt wurde.
Melancholisch, ironisch, politisch pointiert, temperamentvoll und immer melodisch schmelzend geht es bei Friedrich Hollaender, Erich Kästner, Mascha Kaleko, Kurt Weill, Brecht und anderen um moderne Frauen, um Sehnsüchte, Wünsche, Tränen und das Rettende der Liebe. Mit ihrer schauspielerischen Wandlungsfähigkeit und ihrer ausdrucksstarken Stimme lässt Judith Genske die Situationen, Figuren und Emotionen lebendig werden, reißt ihre Zuhörer mit und führt uns durch ein Wechselbad der Gefühle.
Wir schwelgen in Großstadtmelancholie, schmunzeln über ironische Exotikträume, teilen die Kümmernisse der Berliner Hinterhofgöre und lassen uns von hysterischen Ziegen irritieren in einem Tanz auf dem Vulkan.
Kongenial begleitet wird sie dabei von Oliver Taupp am Klavier und Andre Enthöfer an Sopran- und Bassklarinette. Die Arrangements in dieser ungewöhnlichen Besetzung geben den Liedern das zurück, was sie in ihrer Zeit hatten: Direktheit, Modernität und Überraschung.
Der Abend findet im Rahmen Festivals
on move / move on statt.